Ander(e)s Erinnern in Künsten und Wissenschaften
Datum
10
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09
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2021
 
 
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 → 
15:00
 
 
 Uhr
 → 
 Uhr
Format
Podiumsgespräch
Zielgruppe
Erwachsene (ab 18 Jahre)
Sprache
Deutsch
Analoge/digitale Veranstaltung
analog

Unter dem Titel „Remembering, differently?“ beteiligt sich die Junge Akademie mit einer Diskussionsveranstaltung an „Wissensstadt Berlin 2021“. In dieser halbtägigen Veranstaltung, die am 10. September 2021 ab 15:00 Uhr in clärchens Ballhaus stattfindet, wollen Mitglieder der Jungen Akademie jenseits der Geburtstage von Helmholtz und Virchow über Formen des Erinnerns und Möglichkeiten von Geschichtsschreibung in den Künsten und Wissenschaften diskutieren. In kurzen Impulsen und gemeinsamen Gesprächen wollen wir uns dem Anderen Erinnern in zwei Etappen widmen.  

Die erste Runde erörtert, wie und wozu sich "Andere Geschichten perspektivieren" lassen, als sie üblicherweise im Mittelpunkt großer Jubiläumsfeiern stehen: Geschichten, wie sie sich am Beispiel des homosexuellen Dichters August von Platen oder des Juristen und Journalisten Karl Heinrich Ulrichs, einem wichtigen Wegbereiter der Sexualwissenschaft und Vorkämpfer für die Rechte Homosexueller, beschreiben lassen. Und welche anderen Geschichten lassen sich reaktivieren, um Lücken im Erinnerungskanon der Künste und Wissenschaften zu schließen und zum Beispiel Frauen in der Philosophiegeschichte zu würdigen?

Im Anschluss daran diskutiert die zweite Runde, mit welchen Quellen sich „Geschichte anders perspektivieren“ lässt: Geschichte, die beispielsweise nicht auf einen Komponisten zentriert ist, sondern Musik als historisch veränderliche Freiräume und Bedingungen unterschiedlicher musikalischer Interpret:innen erfahrbar macht, oder eine Geschichte des Internationalismus, die sich nicht den Metropolen, sondern der sogenannten Peripherie zuwendet. Und was gewinnen wir durch eine Geschichtsschreibung, die nicht nur auf den Namensgeber des Virchow-Klinikums schaut, sondern auch auf die Menschen, die dort ein- und ausgingen?  

Wir laden alle Interessierten herzlich ein, mit uns über Ander(e)s Erinnern in Künsten und Wissenschaften nachzudenken.

EINTRITT FREI
Weiterführendes Material

Referent*innen

Michael Bies  

ist Literaturwissenschaftler und derzeit Gastprofessor am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit wissensgeschichtlichen Perspektiven auf Literatur, mit literaturtheoretischen Fragestellungen und mit literarischen Reflexionen von Arbeit, vor allem von Handwerk.


Eva Buddeberg

ist Philosophin und Akademische Rätin a. Z. am Arbeitsbereich Politische Theorie und Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt. Sie forscht unter anderem zu Sozialphilosophie, politischer Philosophie und Moralphilosophie, wobei ein Schwerpunkt ihrer Arbeit auf den Religionskritiken der frühen Neuzeit und Aufklärung liegt.  


Valeska Huber

ist Historikerin und forscht zu internationaler und globaler Geschichte, Migration und Mobilität sowie politischer Kommunikation und Weltöffentlichkeit. Sie leitet derzeit die Emmy Noether-Forschungsgruppe „Reaching the People: Communication and Global Orders in the Twentieth Century“ am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin.  


Lara Keuck

ist Wissenschaftshistorikerin und Medizinphilosophin. Sie forscht zu Methoden, Bedingungen und Wandel von Wissen über Krankheiten im langen 20. Jahrhundert und ist Leiterin der Forschungsgruppe „Validierungspraktiken in den biomedizinischen Wissenschaften“ am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. In ihren Arbeiten setzt sie sich unter anderem mit dem Verständnis und der Funktion von „Geschichte“ in der Konsolidierung von biomedizinischer Forschung auseinander.  


Roman Lemberg

ist Musiker, musikalischer Leiter, Musikdramaturg und Performer. Er arbeitet an Opern- und Theaterproduktionen an namhaften nationalen und internationalen Institutionen wie etwa der Vlaamse Opera Antwerpen/Ghent, Théâtre de l’athenée Paris, Kampnagel Hamburg oder Volksbühne Berlin. Ein Fokus seiner Arbeit liegt auf der Entwicklung von Performances, Ausstellungen und Konzerten, in denen er historische Aufführungsformate in zeitgenössischen Settings inszeniert und den Fokus auf die sozialen Aspekte von Performance legt.  


Sebastian Matzner

ist Klassischer Philologe und Komparatist und als Senior Lecturer am King’s College London tätig. Er arbeitet zu antiker und moderner Literaturtheorie, Rhetorik und Poetik, sowie Antikerezeption. Zu seinen Forschungsgebieten zählen außerdem Sexualitätsgeschichte und LGBTIQ+ Studien und er leitet am King’s College das fachbereichsübergreifende und interdisziplinäre Zentrum Queer@King's.  


Birgit Nemec

ist Professorin für Geschichte der Medizin an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Sie leitet zwei Forschungsgruppen im Bereich der Wissenschafts- und Gesellschaftsgeschichte der Schwangerschaft und Reproduktion und forscht darüber hinaus unter anderem zu Stadtgeschichte und Gedächtnispolitik.  


Erik Schilling

ist Privatdozent für Neuere deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu seinen Forschungsgebieten zählen unter anderem Romane und Lyrik des 18.-20. Jahrhunderts und Literaturtheorie. In aktuellen Projekten beschäftigt er sich zum Beispiel mit Interpretationskulturen und der zeitgenössischen Literaturszene.  

Veranstalter
Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit
Die Veranstaltung wird unterstützt von
Zugangsbeschränkung

Covid-19 Schutzmaßnahmen

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen, gelten die gängigen Infektionsschutzmaßnahmen. Bitte beachten Sie vor Ort die AHA-Formel: Pflicht zum Tragen einer Maske, Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern, Hygiene beachten.

Ort

Clärchens Ballhaus
Auguststraße 24
10117 Berlin

Spiegelsaal

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Etage/Raum des Events